| Kurz
vor Ostern: Mein Alltag –Job, Teilzeitmutter, Haushalt,
gelegentliche Verabredungen mit Freundinnen
- verläuft geordnet und bietet eher wenig Überraschendes.
Was Männer und Erotik angeht, so
fließt mein Leben zurzeit dahin wie ein ruhiger, langsamer,
langweiliger Fluß, zumal eine länger geplante
Urlaubswoche mit einem Freund dieser gerade abgesagt hat.
In diesen Alltag flattert 2 Tage vor Ostern
eine Email. Absender: Lostuscafé. Betreff: Top Secret.
Habe den Cursor schon auf den Mülleimer Button
gesetzt, da siegt das Bond Girl in mir. Ich lese die Einladung
zur Teilnahme an "einer Frauengruppe,
zu der auch Männer eingeladen sind". Dann weiter:"
Diese Gruppen sind für ungebundene Frauen,
die das Geheimnis ihres Alleinseins und ihrer oft vergessenen
Weiblichkeit ergründen wollen“.
Aha. Tags zuvor habe ich
-wie gesagt- einen Korb erhalten. Bin also ungebunden und
habe nichts dagegen das Geheimnis meines Alleinseins zu ergründen.
Da ich zudem ersatzweise weder Yogawandern
im Teuteburger Wald noch Wellness im Einzelzimmer an der Ostsee
buchen möchte, bin ich
offen für einen Kurztrip ins Nordhessische und für
eine neue Erfahrung.
Nach Ostern: ich telefoniere
mit Christoph Swoboda, einem der Seminarleiter, stelle zig
Fragen, die alle geduldig und mit Humor beantwortet werden
und melde mich kurzentschlossen an für ein Wochenende
auf Gut Hübenthal
bei Kassel.
Bisher haben sich 11 Frauen und 11 Männer angemeldet,
eine übersichtliche
Gruppe, wie Christoph sagt. Bis 30 Anmeldungen würden
akzeptiert, immerhin stehen den Seminarleitern
Christoph und Coco 5 Caretaker zur Seite, also Assistenten
– zwei männliche und drei weibliche-,
die die Männer und Frauen während des Wochenendes
durch die einzelnen Phasen begleiten und,
wo nötig, unterstützen. Das Wochenende sei vor allem
ein Verwöhnwochenende für die Frauen, sagt Christoph
noch, die Männer würden die Frauen zum Beispiel
während der Mahlzeiten bewirten und sich um
die Küchenarbeit kümmern.
Das klingt gut. Dem Wochenende
sehe ich nun gelassen entgegen. Ich erhoffe mir nette Begegnungen
und auch Spass. Den top secret Teil blende ich ein wenig aus....,
was soll da schon passieren, das so geheim
bleiben muß?
Erst bei Ankunft im „Parimal“, dem Beziehen eines
Mehrbettzimmers mit mir völlig unbekannten
Frauen und dem Taxieren der Männer, die mehr oder weniger
unsicher herum stehen, frage ich
mich, worauf ich mich hier leichtsinnigerweise eingelassen
habe...
Wieder zuhause: WOW! Was
für ein Wochenende, was für ein Erlebnis! Ich bin
wieder daheim, heil, fröhlich, voller Eindrücke
und neuer Erfahrungen. Eingeweiht in das Konzept von top secret,
aufgenommen in einen Kreis von Frauen, die ein Wochenende
lang gemeinsam getanzt, geteilt, gelacht und geweint, mit
ihrer Weiblichkeit kokettiert und Unsicherheiten mutig gezeigt
und schon dadurch zum Teil
losgelassen haben. Verwöhnt und beachtet von Männern,
die sich spielerisch und neugierig auf die Begegnung
mit uns Frauen eingelassen und eigene Themen in der parallel
stattfindenden Männergruppe geteilt
haben. Geführt und begleitet von einem wunderbaren Team,
das alle Übungen zum Thema Beziehung
zu sich selbst und zu anderen klar, lebendig und humorvoll
präsentiert und angeleitet hat.
Habe ich herausgefunden,
welches das Geheimnis meines Alleinseins ist?
Zum Teil. Das Wochenendseminar - die Übungen und Meditationen,
der Austausch mit anderen Frauen und einigen Männern
- hat mir gezeigt, wo meine Ängste liegen und wie ich
manchmal die Entstehung von Nähe blockiere.
Ich habe wahr genommen, dass sich meine Vorstellung von Beziehung
im Laufe der Jahre verändert hat, ich aber noch nicht
deutlich zeige, worauf es mir wirklich ankommt in einer Liebesbeziehung.
Die Begegnungen - mit mir selbst und mit anderen - an diesem
Wochenende fand ich heilsam und anregend.
Ich habe große Lust weiterhin mit Coco, Christoph, Carlo,
Henriette und den anderen
Geheimnisse zu lüften und dabei viel Spass zu haben!
Andrea,
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Siehe
auch den Artkel von Detlef aus der Sicht eines Mannes
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Seminar
April 2009
Beschreibung
von Andrea
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